Das "Black Knight"-Phänomen, oder die 10-Tonnen Decke im Weltall

Geschrieben von Amelie de Germania am 26. Februar 2016. Veröffentlicht in Wissenschaft

Was ist das schwarze Ding?

Seit 1954 beschäftigt ein seltsames Phänomen die Wissenschaft. Was es ist, darüber sind sich die Forscher bis heute nicht einig. Aber: Je weniger es sich erklären lässt, und je weniger fundierte Aussagen kommen, umso mehr werden die wildesten Theorien dazu gestrickt. Weltraumschrott, eine alte Decke oder gar ein außerirdischer Satellit. An Theorien mangelt es jedenfalls nicht.

Grund genug für mich, das interessant zu finden und mich etwas schlau zu lesen.

Eine lange bekannte Geschichte?

Bereits 1899 soll Nikolas Tesla als erster Mensch Signale des Objekts empfangen haben. Zu dieser Zeit machte er verschiedene Versuche mit einer riesigen Antenne in Colorado Springs. Dabei vernahm er merkwürdige Signale und folgerte in seinen Vermutungen den Mars als Ausgangspunkt diese Phänomens. Einige der heutigen "Black Knight"-Theoretiker nehmen dies aber als Beleg dafür dass er bereits zu diesem Zeitpunkt Signalen des Satelliten lauschte.

Wie auch immer findet der "Black Knight" seit den späten 50ern entsprechende Aufmerksamkeit und mediales Interesse und gehört gegenwärtig zu den am meisten diskutierten Objekten im Weltraum.

1957 fotografierte Dr. Luis Corrales des venezuelanischen Kommunikationsministeriums den Black Knight während er Bilder von Sputnik II machte und stellte fest, dass im Gegensatz zu Sputnik eins und zwei, welche sich mit der natürlichen Erdrotation bewegen, der Black Knight entgegen der natürlichen Erdrotation unterwegs ist.

Was die NASA sagt

Es gibt heutzutage zahlreiche hochauflösende Bilder des Objekts - vor Allem von der NASA. Sogar vor dem Mond gab es Sichtungen. Die weniger aufregende Aussage der NASA selbst wirkt etwas unspektakulärer: Es soll sich dabei um eine Decke handeln, die zur Wärmeisolierung dient. Diese soll 1998 von einem Astronauten während des Fluges vom Space Shuttle "Endeavour" verselbstständigt haben und seitdem ein treuer Begleiter unseres Himmels sein.

David Bryant, ein britischer Astronom, behauptet hingegen in Diskussionen mit Astronauten in Erfahrung gebracht zu haben dass es sich um einen Satelliten handelt. Nur wüsste man nicht woher dieser käme.

Ein Widerspruch?

Gegenüber der von der NASA propagierten Aussage sehen sich Theoretiker durch anderslautende Erkenntnisse in ihren eigenen Vermutungen bestätigt. Geschichten um den als "Black Knight" benannten Flugkörper tauchen bereits erstmals 1954 auf. Dies wäre weit vor der Zeit des von der NASA benannten Fluges. Zu diesem Zeitpunkt befand sich aber noch keine Nation in der Lage Satelliten zu bauen. Trotzdem sprechen viele Berichte dieser Zeit von einem Satelliten. Eine Vermutung aus damaliger Zeit von einem russischen Spionagesatelliten.

Das mediale Debüt legte der Black Knight bereits in den 40ern hin. Gleich zwei Zeitungen berichteten über ihn: Die St. Louis "Dispatch" und das San Francisco "Examiner".

Verärgerung löste das Technologie-Magazin "Aviation Week and Space" mit einer Veröffentlichung am 23. August 1954 beim Pentagon aus, welche versuchte die Informationen geheim zu halten.

Der Wortlaut des kurzen Artikels:

"Pentagon scare over the observance of two previously unobserved satellites orbiting the earth has dissipated with the identification of the objects as natural, not artifical satellites. Dr. Lincoln LaPaz, expert on extraterrestrial bodies from the University of New Mexico, headed the identification project. One satellite is orbiting about 400 miles out, while the other track is 600 miles from the earth. Pentagon thought momentarily the Russians had beaten the U.S. to space explorations"

Wie dem auch sei, könnte das durchaus auch ein Antrieb gewesen sein sich um das Wettrennen ins All besser aufzustellen und entsprechende Mittel zur Verfügung zu stellen. Sollte jeweils die USA oder auch Russland davon ausgegangen sein hinter der anderen Partei Richtung Weltall an Boden zu verlieren, kann man sich das sehr gut vorstellen. Sehr viel weiter hinter dieser Veröffentlichung fanden die ersten Testflüge nicht statt.

Das wachsende Interesse löste eine Reihe von Messungen und Spekulationen aus. So wurde 1957 festgestellt dass sich der Satellit in einer polaren Umlaufbahn um die Erde befindet. Zu diesem Zeitpunkt waren die USA und die Russen aber beide noch nicht in der Lage einen Flugkörper auf einer polaren Umlaufbahn zu halten. Diese Möglichkeit wurde erst technisch 1960 verfügbar. Die Lage in der polaren Umlaufbahn werden damals wie heute genutzt um Erdvermessungen und -beobachtungen durchzuführen. Damit wäre eine Kategorisierung als Beobachtungssatellit  die logische Folge. Nur: Wer könnte ihn dort platziert haben?

Das Time Magazine verfasste folgenden Artikel am 07. März.1960:

"Three weeks ago, headlines announced that the U.S. had detected a mysterious "dark" satellite wheeling overhead on a regular orbit. there was nerveous speculation that it might be a surveillance satellite launched by the Russians, and it brought the uneasy sensation that the U.S. did not know what was going on over its own head. but last week the Departement of Defense proudly announced the the satellite had been identified. It was a space derelict, the remains of an Air Force Discoverer satellite that had gone astray."

Etwa zur gleichen Zeit berechneten Astronomen und Wissenschaftler das Gewicht des Objekts und kamen auf ein geschätztes Gesamtgewicht von 10 Tonnen. Eine andere Rechnung kam zu dem Schluß dass der Satellit mit einer  Geschwindigkeit unterwegs war, die doppelt so schnell war wie jedes zu dieser Zeit von Menschenhand gebaute Fluggerät.

Im September dann, genauer gesagt am 3. September 1960, zeigte auch die "Grumman Aircraft Corporation" ein sehr hohes Interesse an dem geheimnisvollen Flugkörper. Dies war zeimlich genau 7 Monate nach der ersten Sichtung des Flügkörpers auf einem Radar. und so machte eine Tracking Kamera der Firma in deren Fabrik von Long Island erstmals ein Foto des Objekts. zeitgleich beobachteten auch Menschen aus aller Welt das Phänomen, welches in Form eines roten Lichts gesehen werden konnte. Ein von der Grumman Aircraft Corporation gebildetes Komitee analysierte und wertete die gesammelten Daten aus den gemachten Beobachtungen aus. Veröffentlicht wurde davon nie etwas.

1963 wurde der amerikanische Astronaut Gordon Cooper in den Weltraum gesandt. Er berichtete davon dass sich während seiner letzten Umlaufbahn ein leuchtendes grünes Objekt aus der Ferne auf ihn und seine Kapsel zubewegte. Dieses Objekt wurde von der Muchea-Tracking-Station in Australien auf deren Radar genommen und von Ost nach West verfolgt. Auch NBC berichtete darüber. Aber nach seiner Rückkehr auf die Erde wurde Reportern verboten den Astronauten nach diesem Vorfall zu befragen. Die offizielle Erklärung zu dieser Sichtung wurde im Nachhinein veröffentlicht. Sie lautete: "Hohe Konzentration von Kohlendioxyd welche Halluzinationen hervorriefen".

Was macht das gute Stück eigentlich?

Einige Überwachungsbehörden aus aller Welt gaben an seit den 50ern Radiosignale des Satelliten empfangen zu haben. Und so ist es auch nicht verwunderlich dass sich viele Nationen der Welt ein hohes Interesse an dem "nicht identifizierten Flugobjekt" zeigen. Darunter auch Länder wie Schweden, aber allen voran natürlich die USA und auch Russland.

Aber auch privat begeisterte Neugierige hat er bereits auf den Schirm gerufen. Einer von ihnen, ein Funkamateur, behauptet eine ganze Reihe von Signalen empfangen zu haben - aber diese auch decodiert zu haben. Seinen Aussagen nach interpretierte er die Signale als eine Art Sternenkarte, welche auf das Epsilon Bootes Sternensystem deutet. Neben der Karte des Sternensystems, welches ein Doppelstern mit den traditionellen Namen Izar und Pulcherrima im Sternbild der nördlichen Boötes ist, soll auch die Information enthalten sein dass der Satellit bereits seit 13.000 Jahren unterwegs ist. Das besagte Sternbild ist in der Nacht mit bloßem Auge erkennbar.

Die Neugier bleibt
Was nun genau der "Black Knight" ist, weiß man nicht. Trotzdem ist es ein unglaublich interessanter Fall. Und auch die Geschichte selbst ist ein Grund für weitere Fragen. Ich bin auf jeden Fall gespannt was dort noch herauskommen wird.

Auf der Website der NASA finden sich weitere Bilder zum "Black Knight":
http://eol.jsc.nasa.gov/SearchPhotos/photo.pl?mission=STS088&roll=724&frame=70
http://eol.jsc.nasa.gov/SearchPhotos/photo.pl?mission=STS088&roll=724&frame=69
http://eol.jsc.nasa.gov/SearchPhotos/photo.pl?mission=STS088&roll=724&frame=68
http://eol.jsc.nasa.gov/SearchPhotos/photo.pl?mission=STS088&roll=724&frame=66
http://eol.jsc.nasa.gov/SearchPhotos/photo.pl?mission=STS088&roll=724&frame=65

Bitte Kommentar schreiben

Sie kommentieren als Gast.

Besucher kamen aus

Flag Counter

Tweets@AofT

  • AofT

    Ab heute Abend steht die neue Informationsseite für das Gildentreffen 2018 auf unserer Homepage bereit =)

    Weiterlesen

    Copyright-Info

    ArenaNet logo ncsoft logo
    500px Guild Wars 2 HoT Texture Centered Trans
    512px Guildwars logo.svg  
    © 2016 AofT.de, Alle Rechte vorbehalten. Guild Wars, Guild Wars 2, Heart of Thorns (HoT), ArenaNet, NCsoft, das ineinandergreifende NC-Logo und alle damit in Verbindung stehenden Logos und Designs sind Warenzeichen oder eingetragene Warenzeichen der NCsoft Corporation. Alle anderen Warenzeichen sind das Eigentum ihrer jeweiligen Rechteinhaber.